In unserer Imkerei stehen die Bienen im Vordergrund

Naturnahen Honigerzeugung mit ausschließlich biologischen Behandlungsmitteln


Moderne Bienenwohnungen mit eigenem Wachskreislauf, einer naturnahen Völkerführung mit ausschließlich natürlichen
Behandlungsmitteln bei der Varroa sorgen für gesunde und vitale Bienen.

Ich möchte Ihnen die Imkerei, wie wir sie betreiben, gerne näher erklären. Nehmen Sie sich die Zeit, denn Sie werden Wissenswertes über die
Bienen und deren Jahresverlauf erfahren. Ich beginne mit dem neuen Bienenjahr zur Sommersonnenwende am 21. Juni. Ja, dass Bienenjahr fängt zu
dieser Jahreszeit an. Die Bienenvölker haben ihren Höhepunkt erreicht, sie werden bis zu 50.000 Individuen stark. Nach Johanni werden die Tage
kürzer, die Legeleistung der Königin nimmt ab und die Bienen fangen an sich auf den Winter vorzubereiten.

Bei uns im Landkreis versiegen die letzten Nektarquellen meist zwischen dem 4. und 15. Juli. Als Imker nehme ich zu diesem Zeitpunkt die Honigräume ab, in denen sich der
lieblich würzige Sommertrachthonig oder in manchen Jahren auch der würzige Waldhonig befindet. Da der im Volk belassene Honig für den Winter nicht reicht, wird der Rest
mit Zucker aufgefüttert. Zucker enthält gegenüber Honig wenig bis gar keine Mineralstoffe. Das entlastet bei langanhaltenden Wintern die Kotblase und verhindert das
Abkoten im Stock. Somit erkranken die Bienen nicht und kommen sicher über den Winter. Zur gleichen Zeit werden die Bienen auch gegen die Varroamilbe behandelt. Das die
Bienen keinen Schaden davon nehmen, verwenden wir ausschließlich biologische Behandlungsmittel.
In unserem Fall ist es ein Produkt, dass vier ätherische Öle (Thymol, Eukalyptus, Kampfer und Menthol) enthält. Die Varroamilbe gehört zu der
Familie der Spinnentiere. Sie orientiert sich hauptsächlich durch Geruch und Tastsinn. Durch die Verdunstung der ätherischen Öle wird die Milbe so
irritiert, dass sie nach kürzester Zeit abfällt. Meine Erfahrungen zeigen mir, dass mit dieser Behandlung die Völker stark und vital durch den Winter
gehen.

Wenn die Temperaturen niedriger werden und die ersten Nebel aufziehen, beginnt der Spätherbst. Die Bienen stellen ihren Flugbetrieb ein und
bereiten sich in der immer enger werdenden Traube auf den Winter vor. Im Winter angelangt, ist das Brutgeschäft ganz zum Erliegen gekommen.
Von nun an sitzen die Bienen in ihrer Wintertraube in mitten von ihr die Königin bei ca. 20 Grad. Für den Imker wird es jetzt ruhig. Er kann die
Weihnachzeit mit seiner Familie genießen und sich Gedanken über das nächste Jahr machen.

Mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember werden die Tage wieder länger. Einige Völker fangen wieder an zu brüten. Die Brut braucht es warm. Durch hochheizen des
Brutnestes auf 35 Grad, füllen sich die Kotblasen um diese Jahreszeit schnell. Daher nutzen die Bienen schon Mitte Januar die ersten schönen Tage über zehn Grad, um ihren
Reinigungsflug durchzuführen. Mit zunehmender Kraft der Sonne erwacht langsam der Frühling. Die ersten Pollen von Haselnuss, Schneeglöckchen und Krokus werden
eingetragen. Pollen ist der Blütenstaub der Pflanzen und enthält viel Eiweiß und Mineralien. Diesen brauchen die Bienen um ihre Brut zu füttern.
Mit Beginn der Weidenblüte Anfang März beginnt auch wieder die Arbeit des Imkers. Die Bruttätigkeit ist in vollem Gange. Nun beginnt
für uns die Frühjahrsdurchschau der Völker. Die Gitterböden werden gereinigt und mit einem Wärmebrett versehen. Somit bekommen die
Bienen keine kalten Füße mehr. Danach werden die Völker durchgesehen und das Brutnest auf den Sommer eingestellt. Das heißt nichts
anderes, dass die Bienen nur so viele Waben bekommen wie sie für den Sommer und ihr Brutgeschäft benötigen. Die alten Waben, die
schon zwei Jahre in Gebrauch waren, werden dabei ausgemustert und eingeschmolzen. Im Herbst bei der Einwinterung bekommen sie
dann wieder frische Waben zugesetzt. Mit diesem Wabenaustausch ist immer gewährleistet, dass unsere Bienen auf frischem Wachs
sitzen, frei von jeglichen Rückständen und Krankheiten. Zuletzt wird noch das Futter kontrolliert.

Im vollem Frühling angelangt, wenn die Kirschen anfangen zu Blühen, werden die Honigräume über einen Absperrgitter aufgesetzt. Wir verwenden das Absperrgitter, das
Honig und Brut getrennt bleibt. Nur so können wir sicher stellen, dass die Königin nicht nach oben wandert und Ihr Brutnest in den Honigraum ausdehnt. Wenn der Honigraum
sauber bleibt, kann der frisch eingetragene Honig in direkten Kontakt mit Bienenwachs reifen.
In Mitte der vollen Blüte von Obst, Löwenzahn und Raps, erreichen die Bienen eine Volksstärke, in der viele Jungbienen ohne Arbeit sind. Das ist der Zeitpunkt, in dem die
Bienen neue Zellen für Königinnen anlegen. Sobald diese vor dem Schlupf sind, geht die alte Königin mit der Hälfte Ihres Volkes auf Reise. Die Imker nennen diese Zeit auch
Schwarmzeit.
Da Bienenvölker ohne Hilfe des Menschen in der Natur nicht mehr überlebensfähig sind, versuchen wir durch Auslese bei der
Zucht und wöchentlichen Kontrollen der Völker ein Schwärmen zu verhindern. Die Schwarmzeit endet meist in der Zeit der Ernte
des Blütenhonigs oder mit Beginn einer Waldtracht. Während der Schwarmzeit werden auch die neuen Königinnen vermehrt und
Jungvölker gebildet.

Jetzt kommen wir auch schon zum Ende des Bienenjahres. Auch die schönste Zeit des Imkers genannt, die „Honigernte“. Nach
langer Arbeit fließt endlich der frische Honig aus der Schleuder. Jedes Jahr hat der Honig seine eigenen Geschmacksnuancen.
Wenn der Honig gereift ist und einen Wassergehalt unter 18 Prozent aufweist, wird er von den Völkern genommen.

Da Honig hygroskopisch ist (er zieht Wasser aus der Luft) schleudern wir in klimatisierten Räumen mit geregelter Frischluftzufuhr. Im Schleuderraum angekommen werden die
Honigwaben entdeckelt, klassisch mit einer Entdeckelungsgabel oder mit einer Entdeckelungsmaschine. Bei der Entdeckelung entsteht das Entdeckelungswachs (jüngstes und
unbelastetes Wachs). Von Honig getrennt und in Blöcke gegossen, werden daraus später Mittelwände für unseren eigenen Wachskreislauf hergestellt. Die nun entdeckelten
Waben kommen in die Schleuder und werden geschleudert.
Der so gewonnene Honig wird nun gesiebt und zur Klärung in Edelstahlfässer gefüllt. Honig klärt sich selber, alles was
nicht in den Honig gehört schwimmt an die Oberfläche. Nach zwei Tagen kann man die Oberfläche abschäumen und den
klaren Honig in die Lagerbehälter abfüllen. Einen großer Teil wird bei uns gleich cremig gerührt und in Gläser abgefüllt.
Bei der ganzen Honigverarbeitung werden nur Geräte und Materialien aus Edelstahl und lebensmittelechten Stoffen
verwendet.

Unsere Jungvölker werden laufend mit Futter versorgt, sie sind nämlich die Rennpferde für das nächste Jahr. Nun ist das
Bienenjahr vorbei und nach der Sommersonnenwende beginnt alles von Neuem.
Back
Next
Dienstag von 9.00 bis 13.00 Uhr
Samstag von 9.00 bis 13.00 Uhr